8 min Lesezeit DPP Textile AGEC ESPR EU Release

Textil-DPP ist live: EU-Compliance in Sekunden prüfen — nicht erst nach dem Speichern

qr3.app unterstützt ab sofort vollständige Textil-Pässe nach Loi AGEC + ESPR. Neu: ein Live-Validator und -Simulator, der AGEC-Verstöße, Greenwashing und ESPR-Readiness direkt im Formular meldet — bevor du speicherst.

von qr3.app Team

Textil-DPP ist live: EU-Compliance in Sekunden prüfen — nicht erst nach dem Speichern — qr3.app Blog
8 min Lesezeit DPP Textile AGEC ESPR EU Release

Textil-DPP ist live: EU-Compliance in Sekunden prüfen — nicht erst nach dem Speichern

qr3.app unterstützt ab sofort vollständige Textil-Pässe nach Loi AGEC + ESPR. Neu: ein Live-Validator und -Simulator, der AGEC-Verstöße, Greenwashing und ESPR-Readiness direkt im Formular meldet — bevor du speicherst.

von qr3.app Team

Nach der Batterie-Lane liefert qr3.app jetzt eine zweite vollständige DPP-Kategorie aus: Textilien nach der französischen Loi AGEC (Décret 2022-748) und dem ESPR-Delegated-Act-Entwurf. Gleichzeitig haben wir einen Live-EU-Validator eingebaut, der im Dashboard mitläuft — bevor Du einen Pass speicherst und bevor Du ihn auf einen neuen Markt setzt.

TL;DR: Du bekommst heute drei Dinge, die es auf klassischen QR-Plattformen so nicht gibt:

  1. Ein vollständiges Textil-DPP-Schema inklusive AGEC-Pflichtchain und ESPR-Opt-in.
  2. Einen Live-Preview im Create-Formular, der AGEC-Verstöße und Greenwashing sofort zeigt.
  3. Einen Compliance-Simulator auf der Detailseite, der beantwortet: „Was passiert, wenn ich morgen Frankreich zu meinen Märkten hinzufüge?”

Warum das Textil-DPP heute relevant ist

Der ESPR-Textil-Delegated-Act ist noch im Entwurf — das zentrale EU-DPP-Register geht am 19. Juli 2026 live. Du kannst aber nicht bis dahin warten, denn ein Teil des Regelwerks ist bereits heute rechtsverbindlich:

  • Loi AGEC (Frankreich, seit 01.01.2023): Pflicht zu Herkunftskette, Mikroplastik-Warnhinweis, REACH-SVHC-Transparenz, Verbot vager Umwelt-Claims.
  • Ab 2025 gilt AGEC für Textil-Inverkehrbringer mit >10 Mio. € Umsatz oder >10.000 Einheiten. 2027 fallen kleinere Hersteller darunter, 2028 nahezu alle.
  • Greenwashing-Abmahnungen in FR haben 2024 ein Rekordniveau erreicht — „natural”, „biodegradable” oder „écologique” ohne Beleg sind teurer als ein Docs-Sprint.

Wer heute Textilien in die EU (oder auch nur nach Frankreich) verkauft, sollte seinen DPP-Stack jetzt aufsetzen, statt 2027 in Panik zu migrieren.

Das Textil-Schema im Überblick

Wir bauen direkt auf dem AGEC-Pflichtkatalog auf:

{
  "category": "textile",
  "gtin": "04012345678901",
  "product_name": "Organic Cotton T-Shirt",
  "manufacturer": "EcoWear GmbH",
  "origin_country": "PT",
  "market_countries": ["DE", "AT", "FR"],
  "textile_data": {
    "fiber_composition": [
      { "material": "cotton", "percentage": 95, "origin_country": "TR", "recycled_pct": 0 },
      { "material": "elastane", "percentage": 5, "origin_country": "IT", "recycled_pct": 0 }
    ],
    "country_weaving_knitting": "PT",
    "country_dyeing_printing": "PT",
    "country_assembly": "PT",
    "contains_microplastics": false
  }
}

Die Pflichtfelder decken die vier AGEC-Regeln ab, über die die französischen Behörden am häufigsten abmahnen:

AGEC-ArtikelFeldWas der Validator tut
A1fiber_composition[].recycled_pctSumme aller Fasern muss 100 % ergeben
A2–A4country_weaving_knitting / dyeing_printing / assemblyDrei Länder Pflicht, sobald FR im Markt ist
A5contains_microplasticstrue erzwungen, sobald synthetische Fasern ≥ 50 % ergeben
A6svhc_substances[]CAS-Nummer + Konzentration Pflicht ab 0,1 %

Dazu kommen optionale ESPR-Felder (Durability, PEF-CO₂, Reparatur-URL, Ersatzteil-Fristen, Recyclability-Klasse). Sobald alle gesetzt sind, rendert das Dashboard den Badge ESPR-ready — perfekt für Hersteller, die heute Zeit investieren, um 2027 ohne Migration an den Start zu gehen.

Der Live-Preview: Fehler sehen, bevor Du speicherst

Bisher war der typische Workflow: Formular ausfüllen → speichern → auf die Detailseite springen → Compliance-Fehler lesen → zurück ins Formular. Das ist schmerzhaft, wenn Du einen Batch von Pässen anlegst.

Seit diesem Release läuft der EU-Validator stateless im Create-Formular mit:

  • Der Endpoint POST /v1/dpp/validate liefert jetzt zusätzlich zur Zod-Validierung ein Feld eu_compliance mit compliant, espr_ready, issues[] und einem Summary nach Severity.
  • Das Dashboard rendert diese Issues direkt unter dem Validation-Panel, gruppiert nach Fehler/Warnung/Info.
  • Über den Submit-Buttons erscheint ein Save-Guard-Banner („Noch 2 Fehler und 1 Warnung — trotzdem speichern?”), sobald Issues offen sind. Speichern wird nicht blockiert, aber Du siehst schwarz auf weiß, was Du in Kauf nimmst.

Für Dich als Entwickler bedeutet das: Du kannst den Validator auch außerhalb des Dashboards einbauen — z. B. in Deinen eigenen Import-Flow, im CI-Check oder in einem Cursor-Agent-Hook.

curl -X POST https://qr3.app/v1/dpp/validate \
  -H "Authorization: Bearer $API_KEY" \
  -H "X-Workspace-Id: $WS_ID" \
  -H "Content-Type: application/json" \
  -d @textile-payload.json | jq '.data.eu_compliance.summary'

Der Compliance-Simulator: „Was passiert, wenn ich Frankreich aufnehme?”

Das Feature, auf das ich persönlich am meisten gewartet habe, ist der Compliance-Simulator auf der Detailseite eines bestehenden DPP. Typischer Anwendungsfall:

Du hast 500 Textil-Pässe für den deutschen Markt im System. Dein Vertrieb kommt mit den Worten „Wir expandieren nächsten Monat nach Frankreich” um die Ecke. Frage: Welche Deiner Pässe werfen unter AGEC plötzlich Fehler?

Im Dashboard öffnest Du den Pass und siehst unter der EU-Compliance-Section eine neue Karte: Compliance-Simulator.

  • Klick auf den Chip FR (neben Presets DE/AT/FR/IT/ES/NL) oder Custom-Input für andere ISO-Codes.
  • Optional: Status von draft auf live umschalten.
  • Button Preview EU impact.

Die Oberfläche zeigt sofort, ohne den Pass zu speichern:

  • Neue Error-Karten (z. B. TEXTILE_AGEC_REQUIRED mit Feldpfad textile_data.country_weaving_knitting).
  • Eine Greenwashing-Warnung, die von warning zu error eskaliert, weil FR im Markt ist.
  • Ein preview.changed_fields-Tag, der genau markiert, welche Felder sich geändert hätten.

Wenn Du zufrieden bist, schiebt Save changes das Delta über PUT /v1/dpp/:id in die DB. Wenn nicht — Reset, und nichts ist passiert.

Unter der Haube ist das ein einzelner neuer Endpoint:

curl -X POST https://qr3.app/v1/dpp/$DPP_ID/validate-update \
  -H "Authorization: Bearer $API_KEY" \
  -H "X-Workspace-Id: $WS_ID" \
  -H "Content-Type: application/json" \
  -d '{ "market_countries": ["DE", "FR"], "status": "live" }'

Der Worker merged das Patch in-memory mit dem existierenden DPP und lässt den EU-Validator drüberlaufen — kein Schreibzugriff. Leerer Body ist erlaubt und liefert den Ist-Zustand zurück.

Warum das mehr ist als ein „nice to have”

Drei Gründe, warum der Simulator kein Gimmick ist:

  1. Pre-Sales-Check für Markterweiterungen. Sales kann in 60 Sekunden beantworten, welche Produkte FR-ready sind und wie teuer ein Rollout wird.
  2. Entkoppelung von Data-Ops und Compliance-Ops. Compliance muss nicht mehr jedem Data-Fehler hinterherlaufen — stattdessen einmal den Simulator ausführen, sauber filtern, Tickets aufmachen.
  3. KI-Agent-tauglich. Der Endpoint hat exakt dieselbe Shape wie POST /v1/dpp/validate. Ein Cursor- oder Claude-Agent kann ihn direkt aus einer Aufgabe wie „Prüfe, welche Pässe Frankreich-ready sind” ansteuern — ohne Mini-Skript dazwischen.

Developer-Erfahrung bleibt API-first

Wir haben darauf geachtet, dass alles, was im Dashboard sichtbar ist, auch über die API erreichbar ist:

  • POST /v1/dpp/validate — Stateless Validator für Create-Flows.
  • POST /v1/dpp/:id/validate-update — Stateless Validator für Partial-Updates (Simulator).
  • GET /v1/dpp/:id/eu-compliance — Persistenter Check für bestehende Pässe (gut für CI-Pipelines).
  • POST /v1/dpp/import — CSV/XLSX-Bulk-Import inklusive neuer Textil-Templates (GET /v1/dpp/import/templates/textile?format=xlsx).
  • GET /01/{GTIN}/21/{SERIAL} — Consumer-Ansicht mit AGEC-Mikroplastik-Warnbox, Herkunftskette, SVHC, Durability.

Alle drei Validator-Endpoints liefern dieselbe EuComplianceResult-Shape. Du musst Issue-Gruppierung und Severity-Rendering also exakt einmal bauen.

Non-Breaking-Zusage

Alle Änderungen aus diesem Release sind additiv:

  • Clients, die POST /v1/dpp/validate bereits nutzen, ignorieren das neue eu_compliance-Feld ohne Änderung.
  • Die Batterie-Flows sind unverändert.
  • market_countries ist optional und defaultet auf [].

Details findest Du im Changelog und unserer API-Versionierungs-Policy.

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